Als der Heimatverein Männer vom Morgenstern mit der Familienforschung begann, wurde noch nicht an einen Computer gedacht. Lange Jahre wurden die Forschungsergebnisse der einzelnen Genealogen fein säuberlich auf Zettel und Karteikarten geschrieben, zusätzlich Auswertungen und Stammbäume mit sehr viel Zeitaufwand erstellt.

Als erstes technisches Hilfswerkzeug ist hier die Schreibmaschine zu nennen, die es ermöglichte, Schriftseiten für alle lesbar auszutauschen. Wir haben heute schon das Problem, dass Handschriften nicht mehr, oder nicht richtig entziffert werden können. Hier sind nicht nur die Kanzlei, sondern auch die Sütterlinschrift zu nennen. Dazu kommt, dass es immer weniger Menschen gibt, die diese entziffern können.

Die Familienforscher der Morgensterner haben sich über Jahre in regelmäßigen Abständen getroffen, bis eines Tages aus den eigenen Reihen die Idee kam, die Forschungsergebnisse mit einem Computer zu bearbeiten. Diese Idee wurde nicht von allen Mitgliedern der Gruppe mit Begeisterung entgegen genommen. In Diskussionen schlugen die Wogen manchmal sehr hoch. Zuerst kamen die Ahnenforschungsprogramme, die die Eingabe der Forschungsergebnisse standardisieren sollten.

Mit der Entwicklung des Computers entwickelten sich auch die SoftwareHilfsmittel. Der Überblick war bei den Forschern nicht mehr so einfach und es wurde überlegt, einen neuen Bereich „Computergenealogie“ im Arbeitskreis der Familienforscher von den Männern vom Morgenstern zu gründen.

In dieser Zeit war auch im Vorstand unseres Vereins „Aufbruchstimmung“. Die Morgensterner bauten in einer ehemaligen Packhalle im Bremerhavener Fischereihafen ein eigenes Domizil auf. Hier wurde die Bibliothek eingerichtet und Räume für die Gruppentreffen ausgebaut. Für die „Computergenealogen“ gab es die Möglichkeit, die erforderliche Technik zu installieren. Mit Genehmigung des Vorstandes wurden die ersten Rechner angeschafft und somit die Möglichkeit eröffnet, mit den neuen Geräten stationär in den Räumen der Morgensterner zu arbeiten.

Seit dieser Zeit trifft und arbeitet diese Gruppe an jedem Dienstag der Woche, um die gestellten Ziele zu erreichen. Heute natürlich im Schloß Morgenstern in Bremerhaven-Weddewarden. Zuerst wurden vorhandene Genealogieprogramme durchleuchtet und Hilfswerkzeuge den Familienforschern der Morgensterner erklärt und ihnen über Problempunkte hinweggeholfen. Viele „Computergenealogen“ hatten in der Zwischenzeit einen eigenen Rechner, meistens auch ein eigenes Erfassungsprogramm für die Forschungsergebnisse.

In den Räumen der Morgensterner wurde intensiv diskutiert und die erste Regel für die Zusammenarbeit der Gruppe festgelegt: Das von den Forschern benutzte Genealogieprogramm soll gefallen, man soll sich im Programm wohlfühlen, aber die Eingabe und Ausgabe muss mit einer GEDCOMDatei möglich sein. Denn nur dies garantiert den einfachen Datenaustausch zwischen den Morgensternern und anderen Forschern. Dieser Grundsatz ist bis heute gültig und wird auch in allen Gesprächen und Anfragen weiter gegeben.

Der nächste Informationsbedarf ergab sich durch die Nutzung des Internets. Hier wurden in diversen Gesprächen die Möglichkeiten und die Gefahren aufgezeigt. So dass man den „Computergenealogen“ ein spezielles Computerwissen, neben dem eigentlichen Forschen, nicht absprechen kann.

In der Folgezeit bekam die Gruppe von einem verstorbenen Mitforscher seinen Nachlass. Plötzlich waren Unmengen von Papier und Computeraufzeichnungen zu verwalten und zu bearbeiten. Hier wurde eine neue Konzeption für die computergenealogische Arbeitsgruppe erforderlich. Es wurde entschieden, alles vorhandene und dazugekommene Material für die Gruppe der Familienforscher in digitaler Form abzulegen. Diese Entscheidung bedeutete, alles, was in Papierform vorliegt, in die digitale Form umzuwandeln.

Wir legten folgenden Ablageplan fest:

1. Ablage nach Ortsnamen, 2. Ablage nach Familiennamen, 3. Digitalisierte Bücher, 4. Software, 5. Bildersammlung (hier auch die Unterteilung nach Ortsnamen) und 6. GEDCOMDateien.

Alle Schriftstücke, Dateien, Urlisten, Register, Ortschroniken und Häuserlisten etc., die sich auf einen Ort beziehen, werden digitalisiert; in diesem Fall gescannt, oder wie bei den Büchern aus dem Internet in unsere Sammlung gebracht. Wir bemühen uns diese Unterlagen in das PDFFormat zu bringen, damit es auf allen ComputerBetriebsystemen betrachtet und in Einzelheiten auch gedruckt werden kann. So ist die Möglichkeit für den Forscher gegeben, gezielt im System zu forschen, denn bei den meisten PDFDateien ist ein Suchen im Text möglich.

Die Bücher liegen meistens im PDFoder im DJVUFormat vor. Viele Bibliotheken und auch die Suchmaschine Google bietet die Möglichkeiten ganze Bücher in eine Sammlung aufzunehmen.

Bei der vorhandenen Software handelt es sich meistens um Tools, also um Werkzeuge, um mit Dateien zu arbeiten. Auch vorhandene kostenlose Genealogie ForschungsProgramme sind hier vorhanden, die dann an die Mitglieder bei Bedarf abgegeben werden können. Die Einweisung zur Handhabe der Tools wird auch durch die Gruppe gemacht. Eine Bildersammlung wurde auch mit aufgenommen, da viele Forscher ihre Familiengeschichte mit Bildern lebendig gestalten wollen.

Nicht zuletzt, sammeln wir einzelne GEDCOMDateien. Diese können jederzeit in ein Erfassungsprogramm eingelesen und bearbeitet werden. Angedacht ist in diesem Zusammenhang eine Sammeldatei zusammenzustellen, die von den Forschern im Internet durchsucht werden kann. Hier wird dann die Möglichkeit bestehen auch verschiedene Forschungsrichtungen oder Gebiete auszufiltern, die dann erneut in neue GEDCOMDateien zusammengestellt werden können. Das beste Beispiel ist der „Zettelkasten“ unserer Arbeitsgruppengründerin, der von einem fleißigen Mitglied erfasst wurde. Frau Cornelius hat ihre Forschungsinformationen auf sehr viele einzelne Zettel aufgezeichnet, die keinen direkten Zusammenhang aufwiesen. So können auch diese Ergebnisse von den heutigen Forschern genutzt werden. Für die Forschergruppe wurde vom Verein, neben weiteren leistungsfähigen Rechnern, auch noch ein Durchlaufscanner angeschafft. So besteht das heutige technische Equipment aus vier Rechnern, externen Festplatten, einem FlachbettScanner DIN A3 und zwei Durchlaufscanner DIN A4. Mit diesen Geräten haben wir die Forschungssammlung der Familienkundlichen Arbeitsgemeinschaft der Männer vom Morgenstern aufgebaut.

In diesem Bereich ist im Moment die meiste Arbeit zu finden und hiermit beschäftigen sich auch alle Arbeitsgruppenmitglieder. Die Ergebnisse und Unterlagen auf den vorhandenen Festplatten werden immer mehr. Wir haben schon viele Gigabyte gesammelt und bearbeitet. Aber es fehlt noch ein Findbuch zu dieser Forschungsquelle. Erschlossen wird der Bestand heute durch ein Suchen per PC. Hier ist noch Handlungsbedarf – und somit, neben der Zuordnung von Nachlässen, die zukünftige Arbeit der Familienkundlichen Arbeitsgemeinschaft zu sehen.

Die an dieser Thematik Interessierten treffen sich jeden Dienstag (außer an Feiertagen) von 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr im Schloß Morgenstern, Burgstraße 1, 27580 Bremerhaven. Besucher sind herzlich willkommen.

Neben der Hilfe, die wir immer gebrauchen können, steht diese familienkundliche Sammlung allen Familienforschern zur Verfügung. Wir werden mit allen Interessierten in unseren Räumen im Schloß Morgenstern gemeinsam die abgelegten Dateien auf den Rechnern durchforsten, damit sie an Daten gelangen, die in der persönlichen Forschung noch fehlen.

Im Moment sind die Männer vom Morgenstern dabei eine neu moderne Homepage aufzubauen. Für uns Familienforscher gibt es jetzt die Möglichkeit GEDCOMDateien darzustellen und zu verwalten.Wir sind natürlich froh die Forschungsergebnisse aller zu bekommen und hier zu zeigen.

Fred Wagner