Ort der Wegmarke „Hauptmann“ Böse und die Beerster Schützen

„Hauptmann“ Böse und die Beerster Schützen

Heinrich Böse wurde als Sohn eines Zuckerfabrikanten am 4. April 1783 in Bremen geboren. Erste Berühmtheit erlangte er während der Erhebung gegen Napoleon, als er 1814 ein Corps von 80 bremischen Jägern ausrüstete und anführte. 1826 ließ er sich in Bederkesa nieder, wo er bis 1857 auf dem „Bösehof“ lebte, ebendort, wo sich heute das gleichnamige Hotel befindet.

In diesen drei Jahrzehnten setzte sich Böse für bessere Lebensumstände der Menschen am Ort und für freiheitliche Bürgerrechte ein. So wurde er zu einem der wichtigsten Förderer des 1860 vollendeten Hadler Kanals, wie auch – neben Freudentheil in Stade, Joppert in Lehe, Adickes in Wursten – zum Kopf der regionalen Opposition gegen den Bruch der hannoverschen Verfassung durch den König (1837). Im Revolutionsjahr 1848 war er Abgeordneter der Zweiten Kammer der hannoverschen Stände. Während all dieser Jahre war der Bösehof ein Versammlungs- und Zufluchtsort der liberalen Patrioten. Ein Gast war auch der amtsenthobene und aus Preußen ausgewiesene Heinrich Hoffmann von Fallersleben.

Aus einem dreitägigen Waldfest, das am 13. Juli 1834 an dieser Stelle begann, entstand auf Böses Betreiben nach dem Vorbild der „Freischießen“ in der Schweiz das Bederkesaer Schützenfest. Bald schon sollte es bis nach Hadeln, Kehdingen, Wursten und in die Ostemarsch ausstrahlen. Böses Idee war die eines gesitteten Volksvergnügens ohne Standesschranken. Insofern ist die Gründung der Beerster Schützen, hinter der der Gedanke der allgemeinen Volksbewaffnung stand, ein Markstein demokratischer Traditionen zwischen Elbe und Weser. Heinrich Böse starb am 15. August 1867 in Bremen. Seine von Allmers verfasste Biographie machte ihn legendär.

Text: N. Borger-Keweloh / A. Behne