Geschichte(n) am Mittwoch 14. Oktoberi, 17 Uhr
Dr. Andreas Hüser: Die Drehhalle in Nordholz – archäologisch und historisch betrachtet
Über 4000 t schwer und 200 m lang und dazu noch drehbar! Die 1913/14 erbaute und nach dem Ende des Ersten Weltkrieges demontierte legendäre Luftschiffhalle „Nobel“ in Nordholz kann als technische Meisterleitung verstanden werden.
Seit dem Jahr 2025 ist die Archäologische Denkmalpflege des Landkreises Cuxhaven in umfangreiche Erdarbeiten im Zusammenhang mit dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz eingebunden. Dabei wurden auch Reste dieser Halle erfasst. Neben historisch überlieferten Quellen wie Konstruktionszeichnungen und zeitgenössischen Bildern illustrieren die angetroffenen Befunde und Funde dieses bedeutenden Bauwerk.
Alte Mittwochsgeschichte(n)

Geschichte(n) am Mittwoch 13. Mai
Werner Blohm: Vor 100 Jahren: Silberfuchszucht im Land Wursten
Im Land Wursten war um 1930 ein Zentrum der Silberfuchszucht. Die Zucht solcher Füchse eröffnete den Landwirten im Land Wursten einen lohnenden Nebenerwerb. Gehandelt wurden die Tiere vor der Engbütteler Gaststätte der Familie Blohm. Die Zeichnung, die den Gastraum schmückte, sieht die Zucht eher ein wenig spöttisch.
Werner Blohm hat sich mit dem Thema ausgiebig beschäftigt und erzählt sowohl von den Pionieren der Zucht in Wursten August Diercks und Karl Allers und den enormen Erfolgen der beiden zu ihrer Zeit. Nach einem ersten Zuchterfolg 1926 gründeten beide eigene Betriebe. 1929 gab es bereits 70 solcher Zuchtbetriebe wischen Bremerhaven und Cuxhaven. Die Weltwirtschaftskrise bremste das Geschäft mit den Silberfuchsfellen rasch wieder aus.
Neben dem intensiven Blick auf die Silberfuchszucht weiss Werner Blohm auch viel über den Betrieb über die Gaststätte in Engbüttel und den Vertrieb der Füchse in der Hochphase der Zucht zu berichten.
Dr. Markus Klemke: Der letzte Weserpegel des Ludwig Franzius
„//“Ein Vortrag über die Bedeutung der ersten Schreibpegel an der Unterweser für die Weserkorrektion mit besonderer Berücksichtigung der Pegelstation Farge
Die Weserkorrektion unter Ludwig Franzius gehört zu den bedeutendsten Wasserbauprojekten des 19. Jahrhunderts in Norddeutschland. Mit ihr wurde damals die Versandung der Unterweser überwunden und Bremens Zukunft als Seehafen gesichert. Der mechanische Schreibpegel war eine wesentliche Planungsgrundlage.
Ein Vortrag von Markus Klemke beleuchtet die Entstehung und Umsetzung dieses Jahrhundertprojekts, berichtet von der überraschenden Entdeckung der Überreste eines historischen Schreibpegels bei Farge und erläutert die Bedeutung der von den ersten Schreibpegeln an der Unterweser gewonnenen Messdaten für die Planung der Weserkorrektion.
Der Referent Markus Klemke erhielt 2024 für seine Erforschung und Darstellung des Themas den Bremer Heimatpreis
